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Lehrter Bahnhof Berlin
in Zusammenarbeit mit Conceptlicht

Projekt Lehrter Bahnhof Berlin Ort Berlin
Auftraggeber Deutsche Bahn über gmp
Architekt gmp
Fertigstellung 2006 Status Fertiggestellt

Große Öffnungen in den verschiedenen Ebenen der Bahnhofshalle sorgen für eine Verteilung des Tageslichts bis auf die unterste Bahnsteigebene. Um Qualität und Quantität des Tageslichts in dem komplexen Gesamtraum bewerten zu können, wurden umfangreiche Studien im Künstlichen Himmel angestellt. Die Untersuchungsergebnisse bildeten dabei auch die Grundlage für die Schaltkreisplanung des Kunstlichts, um die Schaltzeiten optimal auf die Tageslichtsituation abgleichen zu können.

Das ursprünglich in sich schlüssige und durchgängige Lichtkonzept wurde durch Eingriffe der Fachexperten der DB empfindlich gestört. Die Beleuchtung der Fernbahnsteige der Ebene -2 waren mit punktuellen Leuchten bereits ausgeschrieben und vergeben. Um die räumliche Ausdehnung in Längsachse visuell kürzer erscheinen zu lassen, war mit 4,35m eine großzügige Achsteilung der Punktleuchten angestrebt. Eine Vorstellung davon vermitteln die Reste des Beleuchtungskonzeptes unterhalb der Stege im zentralen Luftraumbereich. In den Ebenen -1 und -2 ist heute statt einer differenzierten, brillanten Beleuchtung eine monotone Lichtsuppe vorzufinden. Die Deckenfugen sind gefüllt mit die Längsausdehnung betonenden Lichtbändern. In der Ebene -1 kommen sich die unterschiedlichen Konzepte ungewöhnlich nahe. Die Treppenanlagen werden mit hochwertigen Glasleuchten akzentuiert, das Deckenfeld mit den stalaktitenartigen Leuchten wird an den Längsseiten von den Bändern mit den Kunststoffleuchten flankiert.

Eine Herausforderung stellte die Bahnsteigbeleuchtung in der Ebene +1 dar. Um die Anzahl der Masten zu minimieren, wurden große Achsabstände gewählt. Die Erfüllung der geforderten Gleichmäßigkeit wurde bei einem Achsabstand von 26m und einer Lichtpunkthöhe von 7,47m von den Experten für unmöglich gehalten und schon als Flop verhöhnt. Dennoch gelang es dem Planer unter dem Einsatz all seines Fachwissens, das Reflektorsystem so zu entwickeln, dass die geforderte Gleichmäßigkeit und Blendungsbegrenzung bei 70° eingehalten wird. Für diese Anwendung kam erstmals die CDM-T 250W Lampe zum Einsatz.

Der gläserne Abluftkamin wurde als Lichtikone konzipiert. Der vertikale Helligkeitsverlauf ist aber nicht gleichförmig, sondern verändert sich mit zunehmender Höhe. Am Boden herrscht die größte Intensität vor, die bis zur Turmspitze stetig abnimmt. Das Erscheinungsbild verändert sich so langsam, dass nur in größeren Zeitintervallen die Veränderung bemerkbar ist. Im Zeitraffer betrachtet zeigt der Lichtschwerpunkt eine vertikale Bewegung. Nur dem aufmerksamen Beobachter erschließt sich die Veränderung.

Das Spannungsfeld der Durchdringung von Bügelgebäude und Ost-West-Halle wird nachts durch spezielle, auf die Strahlungsfunktion abgestimmte Scheinwerfer in Szene gesetzt. Dazu werden vom Glasdach aus die Untersichten der Bügelgebäude und die vertikalen Fassadenflächen flächig aufgehellt, ohne Strahlungsanteile in die Umgebung abzustrahlen.


Blick in die Bahnhofshalle mit Tageslicht - Marcus Bredt