© Jochen Stüber

MZS Maschinenzentralstation

Licht als verbindendes Element zwischen kulturellem Erbe und gelebter Gegenwart
Standort: Hamburg
Auftraggeber: Hamburger Hafen und Logistik AG
Architektur: BIWERMAU Architekten BDA
Leistungsbild: Kunstlichtplanung
In Bearbeitung
Mit der Maschinenzentralstation ist in der Speicherstadt ein Ort entstanden, an dem historische Identität und zeitgenössische Nutzung in einen sensiblen Dialog treten. Der Entwurf von BiwerMau Architekten greift die besondere Geschichte des Standorts auf: Das Fundament eines ehemaligen Speichers, dessen ursprüngliche Bausubstanz durch einen Brand verloren ging, bildete die Basis, auf deren historischen Pumpenanlage ein Neubau entwickelt wurde.
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Die historische Bausubstanz und der moderne Neubau fügen sich heute zu einem vielschichtigen Gebäudeensemble zusammen, das Büro- und Gemeinschaftsflächen in einer besonderen räumlichen Tiefe vereint. Die Lichtplanung versteht sich als integraler Bestandteil dieses architektonischen Konzepts. Ziel war es, die Qualitäten der bestehenden Substanz sichtbar zu machen, neue Räume klar zu definieren und zugleich eine atmosphärisch angenehme Arbeitswelt zu schaffen.
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Im Altbau sind die Bedingungen durch die historische Struktur geprägt: große Gebäudetiefen und teilweise sehr kleine Fensteröffnungen lassen nur wenig Tageslicht in die Räume. Hier beschränkt sich die Lichtplanung bewusst auf eine hochwertige, ruhige Grundbeleuchtung.
Obwohl ein klassischer Übergang zwischen Tages- und Kunstlicht kaum vorhanden ist, wirken die Räume durch die gleichmäßige, sorgfältig abgestimmte künstliche Beleuchtung angenehm, ausreichend hell und gut nutzbar.
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Die Grundstruktur bietet zugleich Flexibilität:
Viele Mieter entwickeln ihre Flächen gemeinsam mit uns weiter und ergänzen die Beleuchtung bedarfsgerecht – ein lebendiger, wachsender Umgang mit dem Bestand.
Im Dachraum, der ebenfalls als Bürofläche genutzt wird, greifen speziell entwickelte Leuchten die industrielle Anmutung des Gebäudes auf. Sie beleuchten das Dach subtil indirekt, lassen den Raum hell und offen wirken und unterstreichen zugleich die historische Konstruktion.
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In den allgemeinen Bereichen wurde besonderer Wert auf Materialität und Atmosphäre gelegt. Sichtbetonflächen werden durch sanfte Lichtkegel modelliert, ihre Struktur tritt plastisch hervor, ohne dominant zu wirken. Der Lichthof wird mit zurückhaltenden Lichtkomponenten inszeniert, die seine räumliche Wirkung unterstützen und ihm Ruhe verleihen.
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Der Neubau fügt dem Ganzen eine weitere räumliche und lichttechnische Haltung hinzu.
Eine hinterleuchtete Streckmetalldecke erzeugt eine diffuse, gleichmäßige Grundhelligkeit. In die Struktur integrierte, nicht sichtbare Downlights – exakt auf den Rost abgestimmt – ergänzen das Licht präzise. So entsteht eine ausgewogene Lichtmischung, die bis in die Tiefe der Räume reicht und einen weichen, fließenden Übergang zwischen Tages- und Kunstlicht ermöglicht.
Grundlage hierfür war eine detaillierte Tageslichteinschätzung, die den gezielten Einsatz künstlicher Beleuchtung unterstützt.
Ein weiterer Baustein des Konzepts ist der Gastronomiebereich im historischen Teil des Gebäudes. Hier werden Elemente des Neubaus bewusst aufgenommen: Stromschienen und flexible Strahler zwischen den Kappen- und Gitterrostdecken ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien und den Einsatz dekorativer Leuchten – funktional, wandelbar und dennoch im Einklang mit der bestehenden Architektur.
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Die Maschinenzentralstation ist das Ergebnis einer Planung mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail – über alle Disziplinen hinweg, von der Architektur bis zum Licht. Fein aufeinander abgestimmt, entsteht ein atmosphärisches Gesamtbild, das sich selbstverständlich in den Kontext der Speicherstadt einfügt und auch im Außenraum an das bestehende Beleuchtungskonzept anknüpft. Licht wird hier nicht als Zusatz verstanden, sondern als verbindendes Element, das Geschichte lesbar macht und zeitgemäße Nutzung ermöglicht.
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