Detlef Overmann

Staatliches Museum Schwerin

Kunst im Licht, Geschichte im Raum
Standort: Schwerin
Auftraggeber: Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Schwerin
Architektur: ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG, LH Architekten
Leistungsbild: Kunstlichtplanung
Fertigstellung: 2025
Wie lässt sich ein historisches Museum zeitgemäß beleuchten, ohne dass die Lichttechnik zwischen Kunst und Architektur in den Vordergrund tritt?
Bei der Sanierung des Staatlichen Museums Schwerin war genau das eine der zentralen Aufgaben für unser Team. Das finale Lichtkonzept verbindet nun die stärkere Wahrnehmung der historischen Räume mit einer gezielten Inszenierung der Exponate und bietet gleichzeitig genügend Flexibilität für wechselnde Ausstellungen.
Für das Foyer wurde eine Lösung entwickelt, die speziell auf den historischen Raum zugeschnitten ist: Ein geschwungenes Lichtobjekt ersetzt dort die frühere umlaufende Deckenvoute. Von der Mitte des Raumes aus beleuchtet es eine größere Fläche der historischen Kassettendecke, ohne die Sichtachsen im Entree zu beeinträchtigen. So übernimmt das Lichtobjekt eine wichtige Funktion im Raum und bleibt dennoch Teil der Architektur.
Detlef Overmann
Foyer, 1. OG
ANDRES + PARTNER
Formstudien vom Lichtobjekt im Foyer
Detlef Overmann
Ausstellungsraum, Hofmaler - Trendsetter für die Moderne
In den historischen Sälen ohne Oberlichter und mit wenig Tageslicht macht indirektes Kunstlicht Deckenstrukturen und Raumproportionen besser sichtbar, während fokussierte Strahler den Blick auf die Kunst lenken. Wichtig war, dass sich Leuchten und Stromschienen dabei möglichst unauffällig in die Architektur einfügen.
Der denkmalgeschützte Bestand setzte der technischen Planung enge Grenzen.
Neue Kabelwege und Einspeisepunkte sollten auf ein Minimum reduziert werden. Deshalb führen Stromschienen beispielsweise von Wand zu Wand und Leitungen möglichst lange innerhalb der Schienen. Gleichzeitig musste das System flexibel genug für einen modernen Museumsbetrieb bleiben. Gerade in den Bereichen der Wechselausstellungen lassen sich Stellwände und Exponate immer wieder neu anordnen und entsprechend beleuchten. Reserven bei der Leistung und Steuerung wurden von Anfang an
im Prozess mitgedacht.
Detlef Overmann
Ausstellungsraum - Duchamp als Impulsgeber für das 20./21. Jahrhundert
Detlef Overmann
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Ausstellungsraum - Farbe, Licht und Raum im 21. Jahrhundert
Viele Entscheidungen haben wir nicht am Schreibtisch, sondern bei Lichtproben direkt vor Ort getroffen. Unser Team testete verschiedene Farbtemperaturen im Zusammenspiel mit den Oberlichtern und in Räumen ohne Tageslicht. Auch die Fokussierung der Strahler, die Beleuchtung tief gebauter Vitrinen und mögliche Schattenwirkungen wurden untersucht. Sonderleuchten, Befestigungen und das Lichtobjekt im Foyer haben wir bemustert und zum Teil in mehreren Schritten weiterentwickelt. Die Lichtproben führten schließlich zu einer einheitlichen Farbtemperatur von 3.000 Kelvin.
Detlef Overmann
Ausstellungsraum - Aufbruch in die Moderne
Detlef Overmann
Detlef Overmann
Ideenforum
Technisch basiert die gesamte Beleuchtung auf LED und einer DALI-Steuerung. Unterschiedliche Lichtszenen lassen sich einstellen, die Systeme einfacher warten und auslesen. Gleichzeitig ist die Infrastruktur bereits für eine mögliche spätere tageslichtabhängige Regelung vorbereitet.
Entstanden ist eine Lichtplanung, die sich bewusst zurücknimmt. Die historischen Räume gewinnen an Präsenz, die Kunst steht im Mittelpunkt und das Museum erhält ein Beleuchtungssystem, das sich auch an zukünftige Ausstellungen anpassen lässt.
Detlef Overmann
Ausstellungsraum - klassische Moderne